Jul 07, 2026 Katharina Frohne
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NFDI4Biodiversity startet in zweite Förderphase – GFBio stärkt Koordination, Dateninfrastruktur, Services und Kommunikation

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Seit Oktober 2025 läuft die zweite Förderphase von NFDI4Biodiversity. Mit der Weiterförderung bis Ende 2028 setzt die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) ein klares Signal: Der Aufbau einer leistungsfähigen Forschungsdateninfrastruktur für Biodiversität ist langfristig gewollt.

Für GFBio e.V., der NFDI4Biodiversity als zentraler Partner maßgeblich unterstützt, beginnt damit eine Phase der Konsolidierung, Weiterentwicklung und stärkeren Verankerung. GFBio bringt seine Kompetenzen dabei insbesondere in der Koordination des Konsortiums, in der Weiterentwicklung zentraler Dateninfrastrukturen und Services, in Training und Support sowie in der strategischen Kommunikation ein.

Daten für Biodiversitätsforschung nutzbar machen

NFDI4Biodiversity ist eines von 26 fachspezifischen Konsortien der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI), einer gemeinsamen Initiative von Bund und Ländern, die darauf abzielt, Forschungsdaten in Deutschland systematisch zu erschließen, zu vernetzen und langfristig nutzbar zu machen.

Gerade in der Biodiversitätsforschung ist das von elementarer Bedeutung: Daten entstehen in sehr unterschiedlichen Kontexten, liegen in heterogenen Formaten vor und müssen oft über Institutions- und Fachgrenzen hinweg zusammengeführt werden. Nur wenn sie auffindbar, standardisiert, interoperabel und praxisnah nutzbar sind, können sie ihr volles Potenzial für Forschung und Naturschutz entfalten – im nationalen wie im internationalen Kontext.

Rückenwind durch exzellente Evaluation

Die zweite Förderphase baut auf eine erfolgreiche erste Projektphase (2020-2025) auf. In der wissenschaftlichen Begutachtung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) wurde NFDI4Biodiversity als „höchst relevant für die wissenschaftliche Community“ erachtet.

Besonders hervorgehoben wurden dabei die „herausragende Dynamik in Bezug auf die Mobilisierung und Bereitstellung von Biodiversitätsdaten“, die „überaus erfolgreiche“ Einbindung der Community sowie eine Organisationsstruktur, die als „exzellent“ und „vorbildhaft“ beschrieben wurde. Diese Bewertung ist auch deshalb bemerkenswert, weil sie die hohe Qualität der im Konsortium aufgebauten Koordinations- und Governance-Strukturen bestätigt – ein Bereich, zu dem GFBio e.V. in der ersten Förderphase maßgeblich beigetragen hat und den der Verein auch weiterhin entscheidend mitprägen wird.

Verlässliche Datenservices entlang des gesamten Forschungsprozesses

Ein zentraler Schwerpunkt der zweiten Förderphase liegt auf dem Ausbau und der stärkeren Nutzung von Forschungsdatenservices. Hier kann der Verein seine langjährige Erfahrung im Forschungsdatenmanagement unmittelbar einbringen: GFBio betreibt und entwickelt zentrale Core Services für unterschiedliche Aufgaben im Datenlebenszyklus, darunter den Helpdesk, die Knowledge Base, den Data Submission Service, ein Portal für die Datensuche und ein Datenmanagement-Tool. Alle Angebote zielen dabei darauf ab, Forschenden Orientierung zu bieten, sie bei der strukturierten Verwaltung ihrer Daten zu unterstützen und ihnen so mehr Zeit für die Forschung selbst zu verschaffen.

In der zweiten Förderphase von NFDI4Biodiversity wird es nun vor allem darum gehen, diese Services benutzerfreundlicher, besser integriert und skalierbarer zu machen. Gleichzeitig soll ihre Nutzung in der Community steigen, während der Aufwand für Einreichende, Datenkurator:innen und Data Management Plan Officers gleichzeitig weiterhin zu bewältigen sein muss.

Auch strukturell ist GFBio hier zentral eingebunden: Der Verein übernimmt als Co-Lead Verantwortung in TA1 Measure 5 (User Support) und bringt dort seine Erfahrung in der community-nahen Gestaltung und Weiterentwicklung von Helpdesk, öffentlicher Knowledge Base und Support-Workflows ein. Hinzu kommt die enge Verzahnung des Datenmanagementplanungs-Services mit den Beratungsstrukturen.

Technische Infrastruktur für vernetzte und nachnutzbare Daten

Neben den Services ist der technische Unterbau ein zentrales Thema der zweiten Förderphase. In den Research Data Commons werden Daten, Werkzeuge und Workflows so zusammengeführt, dass community-getriebene Datenprodukte entstehen und weitergenutzt werden können.

GFBio übernimmt hier eine prägende Rolle: Der Verein leitet Task Area 4 (Research Data Commons) gemeinsam mit der Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH (GWDG) in Göttingen. Damit bringt GFBio seine Expertise in Softwareentwicklung, Systemarchitektur und Serviceintegration in einen der zentralen infrastrukturellen Bausteine des Konsortiums ein.

Zu den Beiträgen gehören insbesondere die technische Unterstützung für community-getriebene Datenprodukte, die Entwicklung und Integration von Analyse- und Harmonisierungspipelines, die Bereitstellung nutzerorientierter und technischer Services sowie die Weiterentwicklung eines belastbaren architektonischen und policybasierten Rahmens für den Betrieb des Research Data Commons. Damit sorgt GFBio dafür, dass technische Entwicklungen eng mit den Anforderungen der Community, den bestehenden Diensten des Konsortiums und relevanten Entwicklungen innerhalb der NFDI als Ganzer verknüpft bleiben.

Qualität, Standards und Interoperabilität stärken

Damit Daten langfristig nutzbar sind, müssen sie klaren Qualitäts- und Standardanforderungen entsprechen. In der zweiten Förderphase wird daher gezielt an der Weiterentwicklung von Datenqualität, Interoperabilität und lokalen Datenmanagementstrukturen gearbeitet.

GFBio ist hier insbesondere als Co-Lead in TA3 Measure 2 (Strengthening Local Research Data Management) beteiligt. Ziel ist es, Werkzeuge und Strukturen für frühe Phasen des Datenlebenszyklus zu stärken und besser mit zentralen Infrastrukturangeboten zu verzahnen.

Dabei bringt GFBio sowohl konzeptionelle als auch technische Expertise ein, etwa bei der Weiterentwicklung von Werkzeugen für semantische Annotation und bei der Integration in bestehende Systeme. Gleichzeitig werden internationale Standards weiter aufgegriffen und in die Services eingebunden, um die Anschlussfähigkeit der Daten zu erhöhen.

Datenkompetenz und Community weiter ausbauen

Eine funktionierende Infrastruktur braucht nicht nur technische Lösungen, sondern auch Menschen, die sie kompetent nutzen, weiterentwickeln und in ihre Communities tragen. Entsprechend wichtig sind auf die Bedürfnisse Forschender und anderer Nutzergruppen zugeschnittene Trainings- und Unterstützungsangebote.

GFBio übernimmt dabei den Co-Lead in TA1 Measure 4 (Training and Education) und bringt hier Erfahrungen aus verschiedenen Projekten und Kooperationen ein, an denen der Verein neben NFDI4Bodiversity beteiligt ist, darunter WiNoDa, FAR-DSI, sowie den NFDI-Konsortien NFDI4Objects, NFDI4Earth und DataPLANT. Diese Vernetzung fließt in den Aufbau skalierbarer Trainingsformate ein – etwa in Train-the-Trainer-Konzepte, Materialien auf Basis etablierter Ansätze wie fd-next und Carpentries sowie in Formate wie Seasonal Schools und Hackathons.

Damit stärkt GFBio nicht nur die Datenkompetenz in der Biodiversitätsforschung, sondern unterstützt auch den Aufbau von Multiplikator:innenstrukturen, die den Wissenstransfer in der Breite gewährleisten.

Koordination als Grundlage für ein wachsendes Netzwerk

Mit dem Ausbau auf rund 60 Partnerinstitutionen und 20 Measures wächst NFDI4Biodiversity in der zweiten Förderphase deutlich. Eine belastbare Koordination ist damit nicht nur Begleitstruktur, sondern Voraussetzung dafür, dass das Konsortium als Ganzes wirksam arbeiten kann.

GFBio übernimmt in diesem Bereich eine zentrale Rolle: Der Verein verantwortet gemeinsam mit der Sprecherorganisation Universität Bremen/MARUM das Projektmanagement als Lead in TA5 Measure 1 und ist zugleich Co-Lead der gesamten Task Area 5 für Koordination, kollaborative Governance und Nachhaltigkeit. Hinzu kommt Co-Lead-Verantwortung in TA5 Measure 3, also im Bereich der Integration des Konsortiums in die NFDI und der nachhaltigen Verankerung seiner Strukturen.

Zu den Aufgaben gehören die Abstimmung zwischen Partnern und Maßnahmen, die Organisation von Gremien und Entscheidungsprozessen, die Bereitstellung technischer Werkzeuge für Zusammenarbeit sowie die Vernetzung mit anderen Konsortien, Gremien, Sektionen und Arbeitszusammenhängen innerhalb der NFDI.

Kommunikation als Schlüssel für Sichtbarkeit und Nutzung

Damit Infrastruktur und Services ihre Wirkung entfalten, müssen sie in der Community nicht nur verfügbar, sondern auch verständlich, anschlussfähig und vertrauenswürdig sein. Kommunikation übernimmt in NFDI4Biodiversity daher eine zentrale Funktion: Sie verbindet technische Angebote mit ihren Nutzer:innen und ist entscheidend dafür, dass Services tatsächlich angenommen und in der Praxis genutzt werden.

GFBio hat diesen Anspruch von Beginn an aktiv gestaltet. Bereits zu Beginn der ersten Förderphase wurde eine Wissenschaftsjournalistin engagiert, die die zentrale Koordination der Öffentlichkeitsarbeit des Konsortiums übernimmt. Ziel war es und ist es weiterhin, die oftmals komplexen Inhalte rund um Biodiversitätsdaten, Forschungsdatenmanagement und die NFDI so aufzubereiten, dass alle relevanten Zielgruppen profitieren können.

Auf dieser Grundlage wurden in Phase 1 eine klare Kommunikationsstrategie, ein konsistentes visuelles Erscheinungsbild, definierte Zielgruppenprofile sowie ein abgestimmtes Portfolio an Formaten und Kanälen entwickelt. Inhalte wurden dabei bewusst nicht nur dokumentiert, sondern redaktionell aufbereitet, kontextualisiert und zielgruppengerecht vermittelt.

Diese Herangehensweise hat wesentlich dazu beigetragen, NFDI4Biodiversity als sichtbaren und verlässlichen Ansprechpartner für Biodiversitätsdaten zu etablieren und die Angebote des Konsortiums in der Community zu verankern. Formate wie die Projektwebsite, der Newsblog oder zielgerichtete Kommunikationsmaßnahmen fungieren dabei nicht nur als Informationskanäle, sondern als Schnittstellen zwischen Infrastruktur, Forschungspraxis und Community.

In der zweiten Förderphase werden diese Strukturen konsequent weitergeführt und strategisch ausgebaut: GFBio übernimmt die Leitung von TA5 Measure 2 (Communications Office) und bündelt die Kommunikationsaktivitäten des Konsortiums in einer zentralen, eng mit den fachlichen Arbeiten verzahnten Einheit.

Ziel ist es, die Sichtbarkeit von Ergebnissen weiter zu erhöhen, die Nutzung von Services gezielt zu unterstützen und Wissenschaftler:innen stärker darin zu befähigen, ihre Arbeit und die zugrunde liegenden Daten professionell zu kommunizieren.

Ausblick: Nachhaltige Infrastruktur mit wachsender Wirkung

Mit der zweiten Förderphase entwickelt sich NFDI4Biodiversity weiter in Richtung einer konsolidierten, breit genutzten und nachhaltig tragfähigen Forschungsdateninfrastruktur für Biodiversitäts-, Ökologie- und Umweltdaten. Der Schwerpunkt liegt nun stärker auf Integration, Skalierung, Nutzung und langfristiger Verankerung.

GFBio wird diesen Prozess weiterhin maßgeblich mitgestalten: durch seine Rolle in der Koordination des Konsortiums, durch die Leitung zentraler Infrastruktur- und Kommunikationsbereiche, durch den Betrieb und die Weiterentwicklung wichtiger Services sowie durch Beiträge zu Training, Support, Qualitätssicherung und NFDI-Integration. Gerade diese Verbindung aus organisatorischer, technischer und kommunikativer Kompetenz macht den Verein zu einem wichtigen Motor von NFDI4Biodiversity in der zweiten Förderphase.

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