Machbarkeitsstudie zur Regelung eines Vorteilsausgleichs für Digitale Sequenzinformation (DSI)
Nach insgesamt gut drei Jahren endet am 31. Oktober 2025 das Projekt „Feasibility Assessment of Regulation of Digital Sequence Information” (FAR-DSI). In dieser Zeit hat sich das Projekt zu einer kooperativen, praxisorientierten Initiative entwickelt, die internationale politische Entscheidungen zum Umgang mit digitalen Sequenzinformationen aus der Perspektive biologischer Datenbanken effektiv unterstützen konnte.
Als FAR-DSI im Jahr 2022 begann, war die DSI-Debatte im Rahmen des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) noch von Unsicherheit geprägt. Das Projekt wurde daher konzipiert, um politische Optionen für die Aufteilung der Vorteile aus der Nutzung von DSI und deren mögliche Auswirkungen auf wissenschaftliche Datenbanken zu bewerten.
Diese Situation änderte sich nach der COP15 erheblich, als die Vertragsparteien einen multilateralen Ansatz für die Aufteilung der Vorteile aus DSI verabschiedeten. Als Reaktion darauf passte das FAR-DSI-Team sein Arbeitsprogramm an, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: die Bereitstellung zeitnaher, evidenzbasierter Beiträge dazu, wie ein solches System für Datenbanken effektiv (oder ineffektiv) gestaltet werden könnte.
Zentrale Ergebnisse
Durch gezielte Interviews, Workshops und Arbeitsgruppen hat FAR-DSI wichtige Einschätzungen erarbeitet, die zeitnah in die Politik und die wissenschaftlichen Kreise kommuniziert wurden, darunter zwei Policy Briefs in den Jahren 2023 und 2024_
- "Challenges and opportunities of geographical origin information in DSI benefit-sharing: a global analysis from the academic sector." Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.10050454
- "Digital Sequence Information (DSI) data governance practices to support benefit-sharing and science." Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.12755428
Hinzu kommen ein 2025 eingereichter Fachartikel und ein Entwurf mit Mustertexten für biologische Datenbanken zur Unterstützung der Umsetzung der COP16-Entscheidung 16/2 (Absatz 10).
Weitere Projektaktivitäten
- Umfassende Sammlung von Belegen durch 17 Experteninterviews und eine weltweite Umfrage.
- Zwei internationale Workshops und zwei Arbeitsgruppen, in denen verschiedene Interessengruppen zusammenkamen.
- Starkes internationales Engagement mit Teilnahme an zwei CBD-COPs, zwei Sitzungen der DSI-Arbeitsgruppe mit offenem Ende und einer gemeinsamen COP16-Nebenveranstaltung mit dem DSI Scientific Network.
- Neun Sounding-Board-Sitzungen, die strategische und wissenschaftliche Leitlinien lieferten.
Über die Ergebnisse hinaus war das wertvollste Ergebnis von FAR-DSI die Schaffung eines gemeinsamen Rahmens, in dem Datenbankmanager, Politikexperten und politische Entscheidungsträger in einem gemeinsamen Dialog darüber treten konnten, wie offene Wissenschaftsprinzipien mit einer fairen und gerechten Aufteilung der Vorteile in Einklang gebracht werden können. Das Projekt hat damit auch gezeigt, wie strukturierte Zusammenarbeit und kontinuierlicher Austausch Wissenschaft und Politik auf sinnvolle Weise miteinander verbinden können.
Wir danken allen Mitwirkenden, Kooperationspartnern und Unterstützern herzlich, die diesen Weg mit uns gegangen sind. Die Erfahrungen von FAR-DSI werden auch weiterhin zukünftige Bemühungen inspirieren, Dateninfrastrukturen mit globalen Biodiversitätszielen zu verbinden.
Das FAR-DSI Team
Dr. Débora S. Raposo, GFBio e.V.
Dr. Barbara Ebert, GFBio e.V.
Dr. Amber H. Scholz, Leibniz-Institut DSMZ
Förderung
Das FAR-DSI-Projekt wurde vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) gefördert (Fördernummer 3522800600).
